Beschreibung
Der siegreich aus Zypern zurückkehrende afrikanische Heerführer Othello wird in Venedig gefeiert. Seinem Wunsch, als Bürger der Stadt anerkannt zu werden, stimmt der Doge zu. Dessen Sohn Rodrigo sieht seine Hoffnung auf die Hand von Desdemona in Gefahr, von deren Liebe zu Othello ihn Jago wissen ließ. Dieser, einst selbst von der jungen Patrizierin zurückgewiesen, genießt das Vertrauen ihres Vaters Elmiro, der den Fremden hasst. Desdemona gesteht ihrer Vertrauten Emilia, dass ihr Vater einen Brief mit einer Haarlocke an Othello abgefangen hat, und fürchtet, dass dieser sie nun für untreu halten könnte. Elmiro will Desdemona mit Rodrigo verheiraten, doch Othello unterbricht die Zeremonie. Jago gelingt es mit dem Brief, Rodrigo als Geliebten Desdemonas darzustellen und so Othellos tödliche Rache heraufzubeschwören. Desdemona, vom traurigen Lied eines Gondoliere in ihrer Todesahnung bestärkt, kann Othello nicht von ihrer Unschuld überzeugen und stirbt als Opfer seiner Eifersucht. Als er von seinem Vertrauten Lucio von Jagos Intrige erfährt und Rodrigo und Elmiro ihm Desdemonas Hand überlassen, ersticht er sich.
Basierend auf damaligen italienischen Othello-Bearbeitungen des berühmten Shakespeare-Stoffes verfasste der adelige Literaturkenner Francesco Berio di Salsa ein Libretto für Rossini. Trotz des tragischen Endes wurde Otello 1816 in Neapel ein überwältigender Erfolg. Für die Karnevalssaison 1819/20 in Rom versah Rossini die Oper mit einem glücklichen Ausgang, indem er nicht nur ein Liebesduett aus seiner Armida in den 3. Akt einfügte, sondern weitere Änderungen vornahm, die ein Happy End plausibel machen. In dieser Ausgabe der Reihe Operntexte ist der vollständige Wortlaut beider Fassungen, wie sie von Rossini vertont bzw. eingerichtet wurden, abgedruckt und übersetzt.





