Gioachino Rossini 1815 über Elisabetta

„Ich schrieb Musik würdig eines Rossinis“, urteilt Rossini über sich selbst. In ihren Publikationen widmet sich die Deutsche Rossini Gesellschaft den unterschiedlichsten Aspekten: Einmal jährlich gibt sie La Gazzetta heraus, mit vielen Beiträgen zur Rossini-Forschung. Die sporadisch erscheinende Schriftenreihe konzentriert sich jeweils auf ein besonderes Thema. Im Mitteilungsblatt finden die Mitglieder mindestens dreimal jährlich viele Informationen sowie Aufführungs- und CD-Rezensionen. Weiterhin können wir alle interessierten Rossini-Freunde auf vielfältige und abwechslungsreiche Publikationen unserer Mitglieder verweisen.

La Gazzetta

Zeitschrift der Deutschen Rossini Gesellschaft

Aktuelles Heft:

2009 | Schriftleitung: PD Dr. Martina Grempler, Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern | Redaktion: Reto Müller | 72 Seiten, 14,7x21 cm, geheftet, € 5.--.

Schriftenreihe der Deutschen Rossini Gesellschaft e.V.

Neueste Erscheinung:

Band 7

Saverio Lamacchia:
Der wahre Figaro oder das falsche Faktotum
Neubewertung des Barbiere di Siviglia von Rossini

Übersetzung von Marcus Köhler - Unterstützung SEPS
ISBN 978-3-86583-395-2 | Leipzig 2009, 344 Seiten, 14,8x21,0 cm, broschiert, € 15.--.

Jeder Operngänger kennt die Geschichte des Barbiers von Sevilla, der ja wohl nicht von ungefähr die Titelfigur einer der meistgespielten Opern überhaupt ist. Er freut sich über den verschmitzten Barbier, der dem etwas dümmlichen Tenor zur Erfüllung seiner Liebe verhilft und gut daran verdient. Wer es nicht im Geldbeutel hat, muss es im Hirn haben. Jeder Opernführer und jedes Programmheft bestätigen diese Sicht der Dinge. Aber dem aufmerksamen Opernfreund wird doch auch kaum entgangen sein, dass Figaros famose Vorschläge im ersten Finale völlig scheitern. Dass überhaupt noch etwas Positives für die Verliebten herauskommt, ist der Geistesgegenwart Almavivas zuzuschreiben. Und die Intrige des zweiten Aktes – stammt sie überhaupt vom Barbier, oder vom Grafen selbst? Zuletzt ist es die Macht des gräflichen Titels und Geldes, die zum ersehnten Glück führt. Mit einiger Berechtigung könnte die Oper im Untertitel nicht nur „Die unnütze Vorsicht“ heißen, sondern auch noch „Die mangelnde Pfiffigkeit“. Im Haupttitel heißt sie übrigens auch nicht so, wie wir es gewöhnt sind, sondern „Almaviva“. Falls dem Hörer dieses alles einmal beim ungetrübten Vergnügen an dieser Oper in den Sinn gekommen ist, hat er diesen Gedanken schnell verdrängt und sich auf sein gesichertes Wissen zurückgezogen, dass der abfaulende Adel ohne das aufstrebende Bürgertum doch gar nicht bewegen könne. Lamacchia überzeugt uns vom Gegenteil, in einer Monographie, die dem Opernfreund eine amüsante Lektüre bietet und zugleich wissenschaftliche Interessen befriedigt. (Präsentation von Bernd-Rüdiger Kern)

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Mitteilungsblatt für Mitglieder (Probenummer, Juni 2005)
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