OPERNTEXTE

der Deutschen Rossini Gesellschaft e.V.



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Band 3
Gioachino Rossini: L’equivoco stravagante / Die verrückte Verwechslung
Text von Gaetano Gasbarri. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-644-1 | Leipzig 2012, 148 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 8,--. Bestellung


Der arme Ermanno ist heimlich in Ernestina, die philosophiebesessene Tochter des neureichen Bauern Gamberotto, verliebt. Die Diener Frontino und Rosalia unterstützen den Jüngling und führen ihn als Lehrer Ernestinas in das Schloss Gamberottos ein. Dessen dümmlicher Schwiegersohn in spe, Buralicchio, erreicht in seiner Eifersucht die umgehende Entlassung des Hauslehrers. Frontino ersinnt einen Brief, wonach Ernestina ein als Mädchen verkleideter und vom Militär desertierter Kastrat sei. Buralicchio fällt darauf herein, doch anstatt die Verlobte einfach zu verlassen, zeigt er den vermeintlichen Eunuchen beim Militärkommandanten an. Ernestina wird ins Gefängnis geworfen. Ermanno kann seine Liebe beweisen, indem er der Geliebten mit einer Uniform zur Flucht verhilft. Der gelackmeierte Buralicchio verzichtet auf die seiner nicht würdige Braut, und Gamberotto erteilt Ermanno und Ernestina den Segen..

Rossinis dritte Oper, 1811 auf ein etwas anstößiges Libretto von Gaetano Gasbarri in Bologna entstanden und nach nur drei Aufführungen von den Behörden abgesetzt, fristet auch heute noch ein Schattendasein, obwohl sie in mancher Hinsicht als Prototyp seiner künftigen zweiaktigen Buffo-Opern gelten darf. In der Reihe Operntexte wird der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt. Ergänzend sind alternative Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung in den Text aufgenommen.

Band 8
Gioachino Rossini: L'occasione fa il ladro / Gelegenheit macht Diebe
Text von Luigi Prividali. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-96023-104-2 | Leipzig 2017, 154 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 8,--. Bestellung


In einer Gaststätte auf dem Weg nach Neapel macht der Lebemann Don Parmenione die Bekanntschaft eines anderen Reisenden, der unterwegs ist, um eine ihm als Braut versprochene, aber bislang unbekannte Frau zu heiraten. Nach dessen Aufbruch bemerkt Parmeniones Diener Martino, dass der Fremde versehentlich den falschen Koffer mitgenommen hat. Die beiden finden in dem gewaltsam geöffneten Reisegepäck Wertsachen, Papiere und ein Porträt der vermeintlichen Braut, von dem Parmenione so hingerissen ist, dass er sie selbst heiraten will: Er wird sich als Graf Alberto ausgeben! Derweil erwartet die Marchesa Berenice beklommen ihren Bräutigam. Sie verlangt von Ernestina, die von ihrem Onkel Don Eusebio als Zofe im Haus aufgenommen wurde, dass sie ihre Identitäten tauschen, um den Zukünftigen auf die Probe zu stellen. So treffen gleich auf Anhieb die passenden Liebenden aufeinander, aber bevor die beiden ganz unterschiedlichen Paare zu einer Doppelhochzeit zusammenfinden, müssen erst alle Verwechslungen ausgeräumt werden.

Der vierte von fünf Einaktern, den Rossini 1812 für das Venezianer Kleintheater San Moisè schrieb, ist eine der drei Farse, zu der ihn der clevere Impresario Antonio Cera verpflichtet hatte, voraussagend, dass der junge Komponist „in wenigen Jahren der Glanz Italiens sein wird“. Rossini vertonte ein Textbuch seines Freundes Luigi Prividali, der aufgrund von wenigen Anregungen aus einer französischen Komödie eine originelle Burletta dichtete, in der das Quiproquo durch eine Kofferverwechslung ausgelöst wird. Rossini komponierte die mitreißende Musik dazu in nur elf Tagen. In dieser Ausgabe der der Reihe Operntexte wird der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt.

Band 13
Gioachino Rossini: Il turco in Italia / Der Türke in Italien
Text von Felice Romani. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-572-7 | Leipzig 2011, 196 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 10,--. Bestellung


In der Umgebung von Neapel ist der Dichter Prosdocimo auf der Suche nach dem Stoff für eine komische Oper. Er stößt auf eine Gruppe Zigeuner, darunter Zaida, die einst von dem türkischen Fürsten Selim aus dem Serail verstoßen wurde. Dieser ist gekommen, um das schöne Italien kennen zu lernen. Die kapriziöse Fiorilla lässt sich sofort mit ihm ein und bringt damit ihren ältlichen Ehemann Geronio und den heimlichen Liebhaber Narciso zur Verzweiflung. Der Dichter ist begeistert über die Verwicklungen, die ihren Höhepunkt erreichen, als Zaida Selim erkennt und mit Fiorilla in Streit gerät. Selim, dem es weder gelingt, Fiorilla von Geronio loszukaufen, noch sie zu entführen, versöhnt sich schließlich mit Zaida. Geronio gibt vor, seine Frau zu verstoßen, nimmt sie aber angesichts ihrer Reue wieder auf, während Narciso Besserung gelobt. Nach all diesen Irrungen, die die Liebe umso stärker aufleben lässt, ist der Dichter zufrieden mit seiner Handlung nach dem wahren Leben.

Rossinis dreizehnte Oper, 1814 auf ein Libretto von Felice Romani für die Mailänder Scala entstanden, ist heute eine seiner meistgespielten komischen Werke. In der Reihe Operntexte wird der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt. Ergänzend wurden nicht vertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung sowie später hinzugekommene alternative Musiknummern in den Text aufgenommen.

Band 14
Gioachino Rossini: Sigismondo / Sigismund
Text von Giuseppe Foppa. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-96023-012-0 | Leipzig 2016, 168 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 10,--. Bestellung


Polens König Sigismondo heiratete Aldimira, Tochter des ungarischen Königs Ulderico. Sigismondos Vertrauter Ladislao verliebte sich in sie. Aus Rache für die erteilte Abfuhr ließ er sie untreu erscheinen, worauf Sigismondo ihren Tod befahl. Fünfzehn Jahre später fühlt er sich vom Geist Aldimiras verfolgt. Diese lebt nach ihrer Rettung als Zenovitos angebliche Tochter Egelinda in einer einsamen Hütte. Ladislaos Schwester Anagilda hofft unterdessen auf den Thron. Ulderico will sich nach langer Gefangenschaft für den Tod seiner Tochter rächen. Sigismondo und Ladislao stoßen auf Egelinda und sind verstört von der Ähnlichkeit mit der tot geglaubten Königin. „Egelinda“ ist bereit, sich als „Aldimira“ auszugeben, um den Rachefeldzug zu stoppen. Während Ulderico Sigismondo besiegt, werden beide Zeuge, wie Ladislao Egelinda zu töten versucht. Er gesteht seine Missetaten, und ein Brief, den sein Handlanger Radoski aufbewahrt hat, rehabilitiert Aldimira, die ihre wahre Identität wieder annehmen kann und ihrem Gatten verzeiht.

Sigismondo entstand 1814 für das Teatro La Fenice in Venedig, wo die Oper auf Unverständnis stieß. Die psychologische Ausnahmesituation des Titelhelden bot Rossini Gelegenheit für eine experimentelle Oper in Hinblick auf sein Debüt im künstlerisch viel progressiveren Neapel. So wird die Koloratur verstärkt als dramatisches Ausdrucksmittel eingesetzt. Rossinis „Wahnsinns-Oper“ beschließt seine erste Schaffensphase und ist das Präludium zu seiner Reifezeit. In dieser Ausgabe der Reihe Operntexte ist der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt.

Band 18
Gioachino Rossini: La gazzetta / Die Zeitung
Text von Giuseppe Palomba. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-875-9 | Leipzig 2014, 208 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 12,--. Bestellung


Der neureiche Neapolitaner Don Pomponio hat seine Tochter Lisetta mit den besten Attributen zwecks Heirat in der Zeitung inseriert, unwissend, dass das Mädchen Filippo liebt, den pfiffigen Inhaber des Pariser Gasthauses, wo sie abgestiegen sind. Der Weltenbummler Alberto verliebt sich in Doralice, die er für die inserierte Frau hält, doch deren Vater Anselmo verspricht sie seinem Geschäftspartner Traversen. Filippo muss sich als Ehemann von Madama la Rose ausgeben, ohne Lisetta darüber informieren zu können. Diese vermasselt deshalb seine Verkleidungskomödie, mit der er als reicher Quäker Don Pomponios Heiratswettbewerb gewinnen wollte. Nach weiteren Verwechslungen, Missverständnissen, Streitereien, Verkleidungen, einem Duell und einer Ohnmacht gelingt es den beiden Paaren, bei einem Maskenball zu entkommen und zu heiraten. Die übertölpelten Väter können nur noch ihren Segen geben.

La gazzetta ist die einzige komische Oper, die Rossini für Neapel schrieb. Sie weist als Besonderheit die spezielle Herausforderung einer neapolitanischen Dialektrolle auf. Die Oper entstand 1816 zeitlich ziemlich genau zwischen den beiden Meisterwerken Il barbiere di Siviglia und La Cenerentola, in deren Schatten sie immer stand. Sie verdient aber ebenfalls Beachtung, umso mehr als das lange verschollene Quintett aus dem 1. Akt vor Kurzem entdeckt wurde. In der Reihe Operntexte ist der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt.

Band 23
Gioachino Rossini: Adelaide di Borgogna
Text von Giovanni Schmidt. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-578-9 | Leipzig 2011, 140 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 8,--. Bestellung

 

Die Oper hat eine Begebenheit aus der italienischen Geschichte des frühen Mittelalters zum Gegenstand. Adelheid von Burgund muss sich auf der Festung Canossa dem Belagerer Berengar, der des Mordes an ihrem Gatten, König Lothar, bezichtigt wird, ergeben. Adalbert, der Sohn Berengars, der sie aus Liebe und vor allem aus politischem Kalkül des Vaters heiraten will, um die Regentschaft über Italien zu legitimieren, wird von ihr abgewiesen. Sie hat Otto den Großen um Hilfe gebeten. Otto, der mit seinem Heer in die Lombardei einmarschiert, wird von Berengar und Adalbert nach Canossa gelockt. Während Otto die Rechte Adelheids bekräftigt, sich in sie verliebt und sie vor den Altar führt, wird er von den Usurpatoren angegriffen, kann aber fliehen. Als er wieder die Oberhand gewinnt und Berengar gefangensetzt, weigert sich Adalbert zunächst, seinen Vater gegen Adelheid auszutauschen, worauf seine Mutter Eurice dieser heimlich zur Flucht verhilft und so die Rückkehr ihres Gatten ermöglicht. Otto besiegt die Usurpatoren, kann Adelheid heiraten und sein nunmehr um Italien erweitertes Deutsches Reich mit ihr teilen.


Rossinis dreiundzwanzigste Oper, 1818 auf ein Libretto von Giovanni Schmidt für das römische Teatro Argentina entstanden, ist auch heute noch eine seiner am wenigsten gespielten ernsten Werke. In Hinblick auf die szenische Aufführung beim Rossini Opera Festival 2011 in Pesaro ist für die Reihe Operntexte der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt worden. Ergänzend wurden nicht vertonte Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung sowie eine später hinzugekommene alternative Musiknummer in den Text aufgenommen.

 

Band 25
Gioachino Rossini: Adina
Text von Gherardo Bevilacqua Aldobrandini. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-645-8 | Leipzig 2012, 78 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 6,--. Bestellung

 

Der Kalif von Bagdad möchte die junge Sklavin Adina heiraten, welche ihn an seine einstige Geliebte Zora erinnert. Das Mädchen hegt Zuneigung zu dem geduldigen und rücksichtsvollen Herrn und stimmt schließlich der Heirat zu. Während die Hochzeit anberaumt wird, tritt plötzlich Selimo vor sie, der tot geglaubte Geliebte. Seine Vorwürfe über ihre Untreue entkräftet Adina mit der Zustimmung zur Flucht, welche mit Hilfe des Gärtners Mustafà vorbereitet wird. Der Kalif gewährt schweren Herzens Adinas Bitte nach Aufschub der Hochzeit, doch erst die Warnung seines Wächters Alì macht ihn argwöhnisch. Die nächtliche Flucht des Paares wird vereitelt, Selimo soll hingerichtet werden. Als Adina in Ohnmacht fällt, findet der Kalif ein Medaillon an ihrem Hals, das sie als seine und Zoras Tochter ausweist. Selimo wird im letzten Moment vor dem Tod gerettet, und Adina kann ihn mit väterlicher Zustimmung heiraten.


Rossinis Adina (später mit dem Untertitel Il califfo di Bagdad) ist 1818 in Bologna als Privatauftrag für Lissabon entstanden. Rossini ließ ein noch nicht vertontes zweiaktiges Buffo-Libretto von Felice Romani zu einer halbernsten Farsa umarbeiten und konzentrierte das Drama auf die Charakterzeichnung einer von widersprüchlichen Emotionen hin- und hergerissenen Seele. In der Reihe Operntexte wird der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt. Ergänzend sind alternative Passagen aus dem gedruckten Libretto der Uraufführung von 1826 in den Text aufgenommen.

Band 26
Gioachino Rossini: Ricciardo e Zoraide
Text von Francesco Berio di Salsa. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-784-4 | Leipzig 2013, 134 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 8,--. Bestellung

 

Agorant herrscht zur Zeit der Kreuzritterzüge über Nubien. Er hat Hyrkan, einen Fürsten asiatischer Herkunft, vertrieben, weil ihm dieser die Hand seiner Tochter Zoraide verweigerte. Das Mädchen hat den Vater aus Liebe zu dem Paladin Richard verlassen, ist aber von Agorant entführt worden. Dessen eifersüchtige Gattin Zomira intrigiert gegen Zoraide. Der fränkische Gesandte Ernest verlangt ihre Freilassung, während der als Afrikaner verkleidete Richard sie unter einem Vorwand sprechen kann. Zoraide widersetzt sich weiterhin Agorants Anträgen und soll mit Gefängnis bestraft werden, sofern sich kein Verteidiger findet. Hyrkan stellt sich unerkannt dem Zweikampf, während der verkleidete Richard Agorant vertreten muss. Dieser siegt, wird jedoch von Zomira enttarnt und gefangen gesetzt. Sie verhilft den Liebenden erst zur Flucht und lässt sie dann festnehmen, um sie der Rache des betrogenen Königs auszuliefern. Im letzten Moment können die Kreuzritter Richard befreien, der Agorant das Leben schenkt, während Hyrkan dem Paladin die Hand seiner Tochter gewährt.


Ricciardo e Zoraide ist Rossinis fünfte „Reformoper“ für Neapel, die dort 1818 Triumphe feierte und von dem Komponisten in Wien und Venedig auch in einaktigen Fassungen präsentiert wurde. Bis Mitte der 1830er-Jahre wurde die Oper regelmäßig gespielt, um dann vollständig von den Bühnen zu verschwinden und nur 1990 und 1996 in Pesaro eine Wiederaufnahme zu erleben. Mit der konzertanten Aufführung in Bad Wildbad 2013 soll dem einstigen Erfolg nachgespürt werden. In dieser Ausgabe der Reihe Operntexte ist der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt.

 

Band 30
Gioachino Rossini: Bianca e Falliero
Text von Felice Romani. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-961-9 | Leipzig 2015, 136 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 8,--. Bestellung

 

Venedig hat eben eine spanische Verschwörung niedergeworfen. In der allgemeinen Freude versöhnen sich auch zwei verfeindete Senatoren: Contareno gewährt die Hand seiner Tochter Bianca dem verliebten Capellio. Der Doge Priuli verkündet die Wiederinkraftsetzung des Rats der Drei, der jeglichen Kontakt zu ausländischen Mächten mit dem Tod bestraft. Biancas Hoffnung, den siegreichen Heerführer Falliero heiraten zu dürfen, wird jäh durch die väterlichen Drohungen zerstört. Falliero vereitelt die erzwungene Hochzeit. Bei dem von Biancas Amme Costanza ermöglichten Treffen muss Falliero über die angrenzende spanische Botschaft fliehen, wird ergriffen und angeklagt. Vom Ratskanzler Pisani erfährt er von der vermeintlich vollzogenen Hochzeit Biancas. Überraschend tritt diese auf, um ihn zu verteidigen. Capellio verhindert Contarenos Rache, indem er als einziger des Dreierrats die Beurteilung durch den Senat verlangt. Dieser spricht Falliero frei, und als Contareno seinen Widerstand endlich aufgibt, steht dem glücklichen Ausgang nichts mehr im Wege.


Bianca e Falliero von 1819 ist Rossinis letzte für die Mailänder Scala geschriebene Oper. Ein hochverzierter Belcanto ist das dramatische Stilmittel dieses Viererkonflikts. Nicht zuletzt wegen der hohen vokalen Ansprüche setzte sich die Oper weder zu Rossinis Zeiten noch nach ihrer Wiederentdeckung in Pesaro 1986 durch. Nach nur drei Inszenierungen und einer Studioaufnahme lässt eine neue szenische Produktion in Bad Wildbad 2015 dem Werk Gerechtigkeit widerfahren. In dieser Ausgabe der Reihe Operntexte ist der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt.

 

Band 34
Gioachino Rossini: Semiramide / Semiramis
Text von Gaetano Rossi. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-701-1 | Leipzig 2012, 150 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 8,--. Bestellung

 

Semiramis, die an Stelle ihres verstorbenen Gatten Ninos über Assyrien regiert, ist aufgefordert, einen neuen König zu bestimmen. Der junge Feldherr Arsakes ist nach Babylon zurückgekehrt, wo er auf die Hand der Prinzessin Azema hofft, die von Geburt an dem legitimen Thronfolger Ninias versprochen war. Da dieser aber als tot gilt, wird sie auch von dem indischen Fürsten Hidrenus und von dem nach der Krone trachtenden Satrapenführer Assur begehrt. Der Hohepriester Oroes weiß, dass Ninos vor fünfzehn Jahren vergiftet wurde. Als Semiramis überraschend Arsakes zum neuen König und zu ihrem Gatten bestimmt, erscheint der Geist des Ninos, der von Arsakes zunächst ein Sühneopfer verlangt. Oroes übergibt Arsakes das Racheschwert Ninos‘ und enthüllt ihm, kein anderer als dessen Sohn Ninias zu sein; ein Brief, den der sterbende König hinterließ, entlarvt Assur und Semiramis als seine Mörder. Arsakes hofft, dass sein Rivale das Opfer sein werde, und ersehnt Gnade für seine Mutter. An Ninos‘ Grab vollzieht sich die Strafe der Götter…


Rossinis Semiramide ist 1823 in Venedig entstanden und ist seine letzte für Italien geschriebene Oper. Als Quintessenz seines italienischen Belcanto-Stils war sie das Muster für eine ganze Generation nachfolgender Komponisten und entzieht sich einer Einordnung als klassisches oder romantisches Werk. In der Reihe Operntexte ist der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt und übersetzt. Ergänzend ist das alternative Finale aus dem Libretto der von Rossini betreuten Pariser Aufführung von 1825 in den Text aufgenommen worden.

Band 35
Gioachino Rossini: Il viaggio a Reims / Die Reise nach Reims
Text von Luigi Balochi. Libretto Italienisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-876-6 | Leipzig 2014, 172 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 10,--. Bestellung

 

Im Badehotel „Zur Goldenen Lilie“ in Plombières beschließt eine internationale Gesellschaft, nach Reims aufzubrechen, um der Salbung Karls X. zum König von Frankreich beizuwohnen. Die französische Gräfin von Folleville fällt in Ohnmacht, weil ihre Modesachen bei einem Kutschenunglück beschädigt wurden. Der russische Graf von Libenskof und der spanische Admiral Don Alvaro drohen sich wegen der polnischen Marchesa Melibea zu duellieren, doch die harmonischen Klänge der römischen Improvisationskünstlerin Corinna beschwichtigen sie. Diese wird von dem englischen Lord Sidney heimlich geliebt und von dem französischen Schwerenöter Chevalier Belfiore hofiert. Der italienische Gelehrte Don Profondo erstellt ein Inventar aller persönlichen Gegenstände, doch der deutsche Major Baron von Trombonok hat erfahren, dass die Reise mangels Pferden abgesagt werden muss. Die Besitzerin des Hotels, Madame Cortese, bringt Trost mit einer Einladung nach Paris, wo die Rückkehr des Königs gefeiert werden soll. Die Gesellschaft lässt einstweilen mit ihren Hymnen die königliche Familie in einem Fest vor Ort hochleben.


Die Krönungsfeierlichkeiten von 1825 kamen Rossini gerade recht, um seine erste Oper für Frankreich zu präsentieren. So komponierte er als Leiter des Italienischen Theaters nochmals eine italienische Nummernoper, bevor er sich mit einer französischen Opéra auseinandersetzte. Trotz des Publikumserfolges zog er Il viaggio a Reims nach nur drei Aufführungen zurück. Das für die zehn größten Sänger seiner Zeit geschriebene Gelegenheitswerk wurde erst 1984 rekonstruiert und hat seither einen beispiellosen Siegeszug um die ganze Welt angetreten. In dieser Ausgabe der Reihe Operntexte ist erstmals der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont wurde, abgedruckt, übersetzt und kommentiert.

Band 39
Gioachino Rossini: Le Comte Ory / Graf Ory
Text von Eugène Scribe. Libretto Französisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN ... | Leipzig 2016, 146 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 8,--. in Vorbereitung (erscheint im Juni 2016) Bestellung

Während der Abwesenheit der Kreuzritter hat der liebeshungrige Graf Ory nicht nur Alice und die anderen Dorfmädchen im Visier, sondern vor allem die Gräfin von Formoutier, die mit Dame Ragonde und weiteren Frauen zurückgezogen auf ihrem Schloss lebt, gebunden an den Schwur, keinen Mann hineinzulassen. Begleitet von seinem Gefährten Raimbaud gibt sich Ory als Eremit aus. Isolier, sein ahnungsloser Page, liebt ebenfalls die Gräfin und weiht den Eremiten in seine Pläne ein: als Pilgerin verkleidet ins Schloss zu gelangen, und ihr Liebe als Heilmittel gegen ihre Schwermut zu empfehlen. Der Erzieher des Grafen entlarvt Ory just in dem Moment, als er der gutgläubigen, vom Schwur entbundenen Gräfin ins Schloss folgen will. Am Abend desselben Tages bitten Ory und seine Gefährten, als Pilgerinnen verkleidet, um Asyl. Nachts schleicht er in das Gemach der Gräfin, doch statt dieser liebkost er Isolier, der sich ebenfalls dort eingefunden hat. Dem übertölpelten Ory bleibt nur noch die Flucht, als die Kreuzritter um Mitternacht heimkehren.

Während ganz Paris 1828 mit Spannung auf seine große Oper Guillaume Tell wartete, nutzte Rossini die Gunst der Stunde und komponierte überraschend Le Comte Ory, wobei er weite Teile seiner 1825 zurückgezogenen Krönungsoper Il viaggio a Reims bearbeitete und ergänzte. Mit dem pikanten Sujet, basierend auf einem Vaudeville, etablierte Rossini eine komische Oper mit durchkomponierten Rezitativen auf der Bühne der altehrwürdigen Opéra. In dieser Ausgabe der Reihe Operntexte ist der vollständige Wortlaut, wie er von Rossini vertont und in der neuen kritischen Ausgabe wiederhergestellt wurde, abgedruckt und übersetzt.

Band 40
Gioachino Rossini: Guillaume Tell / Wilhelm Tell
Text von Étienne de Jouy und Bis. Libretto Französisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Reto Müller.
ISBN 978-3-86583-783-7 | Leipzig 2013, 214 Seiten, 12x19 cm, Klebebindung, € 12,--. Bestellung

Um 1300 leiden die innerschweizerischen Gebiete unter dem Joch des österreichischen Landvogts Gessler. Wilhelm Tell verurteilt die Liebe zwischen dem Einheimischen Arnold Melchtal und der habsburgischen Prinzessin Mathilde. Die Ermordung des alten Melchtal wird zum Auslöser der Erhebung der Urner, Schwyzer und Unterwaldner, die unter der Führung von Tell, Arnold und Walter Fürst auf der Rütliwiese über dem Vierwaldstättersee einen Bund schließen. Als Tell bei einem Fest die Verneigung vor Gesslers Hut verweigert, wird er gezwungen, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes Jemmy zu schießen. Obwohl der Schuss gelingt, soll Tell ins Gefängnis überführt werden. Er kann fliehen und den Tyrannen töten. Unterdessen haben Arnold und die Eidgenossen Altdorf von den Besatzern befreit. Die Schweizer feiern die wiedererlangte Unabhängigkeit, und Mathilde bekennt sich zu Arnold und seinen Landsleuten.


Rossini komponierte Guillaume Tell 1828/29 in Paris für die königliche Oper, deren Produktionssystem mehr Musik verlangte, als tatsächlich aufgeführt werden konnte. Vor und nach der Premiere vom 3. August 1829 wurden Stücke gestrichen. Außerdem richtete der Komponist selbst 1831 eine reduzierte dreiaktige Fassung mit einem neuen Finale ein. Rossinis letztes Bühnenwerk wurde die musikalische Bibel seiner Nachfolger und ist nie ganz von den Bühnen verschwunden. In dieser Ausgabe der Reihe Operntexte ist der vollständige Wortlaut sämtlicher Musikstücke, wie sie von Rossini vertont wurden, abgedruckt und übersetzt.

 

 

 

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